EXTRAs

Nach einem traumatischen Ereignis scheint alles anders geworden zu sein. Traumatisierte Menschen berichten, dass ihre Lebensentwürfe und Wertvorstellungen ungültig geworden seien. Das Trauma strukturiert die Lebenserzählung und es organisiert sich ein traumadeterminiertes System. Systemische Konzepte und Methoden ermöglichen durch ihren ressourcenorientierten, salutogenetischen Zugang und die Einbeziehung des unterstützenden Systems in die Therapie die Dekonstruktion einer Opfererzählung und die Erfindung neuer, sinnstiftender Narrative.

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Vortrag mit: Dr. Cornelia Oestereich
Termin:
21. Oktober 2017
Uhrzeit:
10:00–13:00 Uhr
Ort:
Schwanenburg Limmer – neben dem REWE-Markt, Wunstorfer Str. 14, 30453 Hannover – zu erreichen über den Polizei-Parkplatz, www.schwanenburg.net
Gebühr:
€ 15,-
Anmeldung:
Anmeldungen sind zu dieser Veranstaltung nicht erforderlich. Bitte beachten Sie jedoch vor den !EXTRA!-Veranstaltungen mögliche Hinweise auf unserer Internetseite oder im Newsletter.
Die Bedeutung der Lebenserzählung in der systemischen Behandlung traumatisierter Menschen

Nach einem traumatischen Ereignis scheint alles anders geworden zu sein. Traumatisierte Menschen berichten, dass ihre Lebensentwürfe und Wertvorstellungen ungültig geworden seien. Das Trauma strukturiert die Lebenserzählung und es organisiert sich ein traumadeterminiertes System. Systemische Konzepte und Methoden ermöglichen durch ihren ressourcenorientierten, salutogenetischen Zugang und die Einbeziehung des unterstützenden Systems in die Therapie die Dekonstruktion einer Opfererzählung und die Erfindung neuer, sinnstiftender Narrative. Hiervon profitieren auch traumatisierte Geflüchtete und ihre Familien in einem kultursensiblen systemischen Traumabehandlungskonzept, das mit Dolmetscherinnen/Dolmetschern als Kulturmittlerinnen(Kulturmittlern arbeitet.

Das systemische Traumabehandlungskonzept nutzt dabei die vielfältigen Erfahrungen, welche der Traumabewältigung auch schon vor der Zeit der Psychotherapie dienten. Menschen als Traumaüberwinder haben Strategien entwickelt und Prämissen formuliert, die in Familien weitergegeben werden und der Entwicklung jeweils neuer Lebensabschnitte nach traumatischen Ereignissen dienen. In der Retrospektive können so aus traumatischen Ereignissen belastende Erfahrungen werden, die in die Lebenserzählung integriert werden können.

Leitung:

Dr. Cornelia Oestereich

Psychiaterin, Psychotherapeutin, Familientherapeutin. Chefärztin der Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie der KRH Psychiatrie Wunstorf. Dort Entwicklung klinisch-psychiatrischer Behandlungskonzepte für Menschen aus anderen Kulturen, insbesondere Systemische Therapie für schwertraumatisierte Migrantinnen/Migranten unter Einbeziehung von Dolmetscherinnen/Dolmetschern. Cornelia Oestereich ist Mitbegründerin des NIS, Lehrtherapeutin (SG) und Lehrende Supervisorin (SG) am NIS. Vorsitzende der Systemischen Gesellschaft (SG) von 2005 bis 2013.